Löschordnung v. 1823

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Feuer-Lösch-Ordnung aus dem Jahre 1823

§ 4

Jeder Haus-Eigenthüner ist schuldig, a) einen Feuerhaken von 15 bis 20 Fuß Länge; b) einen ledernen Feuereimer zu halten, welche stets bey der Hand und in gutem Stande seyn müssen.

An den ledernen Feuer-Eimern muß die Haus-Nummer mit weißer Oelfarbe gemahlt seyn.

§ 5

Die Aufsicht über die Feuerspritzen, so wie über die gesammten Feuerlöschungs-Geräthschaften, als Wasser-Küben und Wasser-Wage, Feuerleitern, Feuerhaken, Feuereimern, u.s.w. liegt ob den Herren Amts-Voigten, den Unter- und Bauervoigten, so wie den Feuergeschworenen und in den Flecken den Bürgermeistern und Vorstehern.

§ 7

Bricht das Feuer bey Nacht aus, so ist in den Flecken und größeren Dörfern jeder Hausbewohner verbunden, sofort vor den, nach der Straße hinausgehenden Fenstern bey 1 Rthlr. Strafe ein Licht zu setzen.

Es ist jedoch sorgfältig dahin zu sehen, daß das Licht keinen Schaden verursachen und namentlich die Gardinen nicht anzünden kann; worauf insbesondere die im hause zurückbleibenden Hausfrauen zu achten haben.

§ 8.

Wenn im Orte selbst Feuer ausbricht, so sind beym ersten Feueralarm, sobald man die Überzeugung erlangt, daß wirkliche Gefahr vorhanden, sofort mehere reitende Boten nach den nächsten Orten, wo Spritzen stehen, abzusenden.

§ 10

Alles zwecklose und störende Schreien und Jammern auf den Straßen bey ausgebrochenem Feuer ist gänzlich verboten; vielmehr sollen alle müssigen Zuschauer durch die Land-Dragoner, Unter- oder Bauvoigte zum Mitarbeiten in der Wasserreihe angehalten werden.

 

§ 11

 

Wer sich beim Feuer betrinkt oder Streit anfängt, wird sofort durch die Königlichen Bauervoigte verhaftet und fortgebracht, und demnächst aufs schärfste bestraft werden.

 

§ 13

In jedem Kirchspiels-Orte soll eine Feuerlöschungs-Companie errichtet werden. Die dazu gehörige Mannschaft zerfällt in ....Abtheilungen, welche sich durch beygesetzte Abzeichen von Blech am Hut unterscheiden.

 

§ 20

Die erste Haupt-Pflicht aller Angestellten ist militärischer Gehorsam gegen die Anordnungen der Vorgesetzten und Anführer; denn ohne ihn kann keine Ordnung und ohne Ordnung kein Zusammenwirken zu einem gemeinschaftlichen Zwecke stattfinden.

Sollen sich daher Untergeordnete grobe Widersetzlichkeiten während der Ausübung des Dienstes, beleidigende Reden oder sonstige Vergehungen ... zu Schulden kommen lassen; so werden solche Ruhestörer Amtswegen exemplarisch mit Geld- oder Leibes-Strafe belegt.