Fahrschulseminar

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Kreisel ist nicht gleich Kreisel

Weiterbildungsseminar bei der Freiwilligen Feuerwehr Stuckenborstel / Kenntnisse aufgefrischt

Insa Holsten-Cordes und Heinz Cordes von der Fahrschule Franke erklärten der Stuckenborsteler Feuerwehr Änderungen der Straßenverkehrsordnung. Foto: Holsten-Körner

STUCKENBORSTEL (ho) · "Bitte kommt von den Einsätzen immer wieder heil nach Hause", appellierte Abschnittsleiter Dieter Hunold bei den Jahreshauptversammlungen der Freiwilligen Feuerwehren. Schon seit einiger Zeit wird daher regelmäßig ein Verkehrssicherheitstraining für die Feuerwehrkameraden angeboten.

Die Feuerwehr Stuckenborstel ging jetzt sogar noch einen Schritt weiter: Damit die Brandschützer auch mit ihrem theoretischen Wissen um den Verkehr auf dem Laufenden sind, lud das Kommando zu einem Weiterbildungsseminar für Führerscheininhaber ein.

"Die Umsetzung der Idee habe ich mir viel schwieriger vorgestellt", erzählte Ortsbrandmeister Frank Lehmann. Mit einem Konzept in der Tasche, hatte er sich auf viel Überzeugungsarbeit eingestellt. Gleich bei der Fahrschule Franke, die Filialen in Rotenburg, Sottrum, Horstedt und Ottersberg unterhält, lief er jedoch "offene Türen ein". "Heinz Cordes, Chef der Fahrschule, sagte uns spontan ein Seminar zu - und das sogar kostenlos", freute sich Frank Lehmann.

Thema an diesem Abend waren alle relevanten Änderungen der Straßenverkehrsordnung. "Inzwischen gibt es drei verschiedene Kreisel", klärte Insa Holsten-Cordes die Feuerwehrleute auf. Nur bei den neu geschaffenen Kreiseln, die durch die Schilder "Vorfahrt gewähren" und darunter "Kreisverkehr" gekennzeichnet sind, gilt: Der Verkehr im Kreis hat Vorrang und geblinkt werden darf nur beim Verlassen. Ähnlich ist die Vorschrift für den Kreisverkehr - wie bei Dodenhof -, der zwar mit "Vorfahrt gewähren" beschildert ist, das blaue Schild darunter aber fehlt. "Hier muss der rein fahrende PKW-Führer auch die Vorfahrt achten aber zusätzlich rein- und rausblinken", betonte die 31-jährige Fahrlehrerin.

Ganz anders sieht es dagegen für Kreisel ohne Kennzeichnung - wie Waffensen oder in Rotenburg, Höhe Schreiber Haustechnik - aus: Dort gilt weiterhin "rechts vor links". Wie bei Dodenhof muss zweimal geblinkt werden. "Ich wundere mich, dass in Waffensen nicht häufiger Unfälle passieren, denn viele Fahrer gehen von einer Vorfahrtsberechtigung für den Kreisverkehr aus", meinte Heinz Cordes.

Auch über das richtige Verhalten bei einem haltenden Bus, der sein Warnblicklicht angeschaltet hat, klärten Insa Holsten-Cordes und Heinz Cordes auf. Oft sei nicht bekannt, dass auch der Gegenverkehr nur im Schritttempo am Bus vorbeifahren darf, so die beiden Fahrlehrer der Fahrschule Franke.

Weiter standen die Vorfahrtsregelung bei abgesenkten Bordsteinkanten, Warnwesten und Einfädeln vor einem Hindernis auf der Tagesordnung.

Während der 19-jährige Jens Schlüter, dessen Fahrschulausbildung noch nicht lange zurückliegt, sich noch an die meisten Vorschriften gut erinnerte, sah es bei den anderen Teilnehmer ganz anders aus: "Einiges wusste ich schon aus der ADAC-Zeitung, doch vieles war neu für mich", erzählte Edelfried Czwalinna (76), der mit seiner Meinung die große Mehrheit der Zuhörer vertrat.

Das Fahrschulseminar ist kein Privileg der Freiwilligen Feuerwehr Stuckenborstel, sondern Insa Holsten-Cordes und Heinz Cordes, die sich für die Verkehrssicherheit mitverantwortlich fühlen, bieten es auch gerne anderen Vereinen kostenlos an.

Als "Dankeschön" für das Engagement überreichte Frank Lehmann noch ein Präsent an die beiden Fahrlehrer.

[11.03.2005]  

Autorin: Holsten-Körner