der Ort Stuckenborstel

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Auf dieser Seite möchten wir dem Besucher den Ort Stuckenborstel ein wenig näher bringen.

 

Für die genauen Informationen zu diesem Thema möchten wir uns bei unserem Feuerwehrkameraden Hans-Richard Buthmann bedanken, der uns mit Rat und Tat, aber auch mit seinem umfangreichem Privatarchiv stets hilfreich zur Seite gestanden hat.

 

Der Ort STUCKENBORSTEL in der Geschichte .....

 

Unser Dorf Stuckenborstel wurde im 13. Jahrhundert "stutenburstolt" genannt. Im Jahre 1460 schrieb man "STUKENBORSTEL" (Stader Archiv 39,39).

Das Bindewort mittelniederdeutsch "stuke" für Baumstumpf. Das Grundword "borstel" ist zusammengesetzt aus den mittelniederdeutschen Wörtern "bur" nach "einräumiges Gebäude" und "stal" nach "Ort, Stelle". Als Bedeutung des Kompositums aus diesen beiden Gliedern hat demnach "Wohnplatz", "Ansiedlungsstelle"zugelten.

Besser aus "Wohnplatz", "Ansiedlungsstelle" ist allerdings "Einzelhof", da Höfe im Gemenge eines Dorfes keineswegs "Borstel" genannt werden.

Alle "Borstel-Orte" sind aus einer Hausstelle (oder Feuerstelle, wie man früher sagte) hervorgegangen, so ist es auch in Stuckenborstel.

Unser Dorf Stuckenborstel wird deshalb im 13. Jahrhundert erwähnt, weil hier zu dieser Zeit schon ein "Adliges

Gut war. Das jetzt noch stehende Herrenhaus wurde im Jahre 1631 von B. Clüver erbaut..

Alle Ländereinen in und um Stuckenborstel gehörten zum Gut Stuckenborstel, deshalb hatten wir hier nie eine Verkoppelung. Die damaligen Besitzer durften die hohe und niedrige Jagd im ganzen Amte Ottersberg , bis vor die Tore von Rotenburg , sowie an die Behörde Rhade, bis an das Gebiet des Klosters Lilienthal, im Gerichte Achim und im Amte Thedinghausen ausüben. Ebenfalls hatten die Besitzer die Fischereigerechtigkeit in der Wieste und in der Wümme und die Wasser- und Staurechte.

Es siedelten sich hier zuerst die 6 Brinkköthner an, die am Gut bemeiert waren.

Die Köthner mußten jährlich 4 Thaler zahlen und zweimal in der Woche für den Gutsherrn arbeiten, außerdem mußten sie mit auf dem Gute helfen, wenn dort gebacken, gebrauet und gewaschen wurde. Jeden Sonntag mußten sich die Köthner nach der Reihe ablösen und den Gutsherren mit Familie mit 2 Pferden und Kutsche zur Kirche nach Sottrum fahren. Für die Fahrt gab es jedoch keinen Lohn, nur etwas zu essen. (Auszug aus einem Vertrag vom 30. Oktober 1730).

Wurde vom Gutsherren Land verkauft, so bekamen dann gleich alle 6 Brinkköthner Land. Noch heute liegen die Wiesen der Köthner (nördlich der B 75, in Richtung Ottersberg) nebeneinander, ebenfalls die Wiesen am Schnepfenbruchsweg. Die Bauern die sich hier später ansiedelten waren die Anbauern, dann folgten die Neubauern. Für den Neubau der Sottrumer St.-Georgs-Kirche spendete der damalige Besitzer vom Gut Stuckenborstel, Caspar Cornelius von Linstow, einen größeren Betrag.

In seinem Erbbegräbnis in der Sottrumer Kirche fand er im Januar 1735 seine letzte Ruhestätte.

Seine Ehefrau Sophia Catharina von Linstow vermachte in ihrem Testament vom 15. Oktober 1748 100 Reichsthaler für die armen Leute in Stuckenborstel. Noch einmal erscheint der Ortsname Stuckenborstel in der Sottrumer Kirche.

Auf der alten Karte von Stuckenborstel vom Jahre 1776 sieht man, dasß der alte Heerweg von Ottersberg über Stuckenborstel, Sottrum nach Rotenburg nördlicher lag, als jetzt die B 75. Die jetzige Bundesstraße 75 wurde im Jahre 1813 von Napoleons Soldaten erbaut, unter Mithilfe von Stuckenborsteler Bürgern.

In den Jahren 1870-1873 wurde die Eisenbahnlinie Bremen-Hamburg erbaut, die durch unser e Gemeinde Stuckenborstel führt. Durch den Bau des Eisenbahndammes wurden die Ländereien der Köthner durchtrennt. Zwischen den damaligen Block Stuckenborstel (er wurde im Jahre 1978 abgeriseen) und dem Bahnhof Ottersberg hatten die niedrigen Wümmewiesen einen sehr feuchten moorigen Untergrund. Es mußte der ganze Boden von Hand ausgehoben und mit Kies aufgefüllt werden. Der Kies wurde aus der Reessumer Feldmark geholt. Noch heute fährt man auf dem Wege von Stuckenborstel nach Reessum an der Reessumer Kieskuhle vorbei.

Von den 37 Bürgern aus unserem Dorf Stuckenborstel, die im Weltkrieg 1914/18 ins Feld eingezogen sind, kamen 9 Personen nicht mehr zurück. Im Herbst 1920 wurde das Ehrenmal für die gefallenen Bürger aus Stuckenborstel feierlich eingeweiht. Das Ehrenmal war ein Geschenk des früheren Besitzers des Herrenhauses, Gustav Peter und Ehefrau. Das Grundstück stellte der Mühlenbesitzer Dietrich Brettmann zur Verfügung.

Sehr viel Heide war in den 20iger Jahren noch um Stuckenborstel. Im Sommer des Jahres 1920 wurde die elektrische Anlage gelegt und im Herbst 1920 brannten die ersten Lampen.

Im Jahre 1934 begann man in der hiesigen Feldmark mit dem Bau der Autobahn Hamburg-Bremen. Das Haus des Landwirts Jäger, unmittelbar an der Südseite der B 75 gelegen, mußte bei der Höherlegung (Überführung über die Autobahn) abgebrochen werden. Am 26. Juli 1936 konnte die "Reichsautobahn" dem Verkehr übergeben werden, jedoch wurde die Autobahn-Anschlußstelle Stuckenborstel erst Ende November 1938 fertiggestellt.

Wie in den anderen Ortschaften mußten am 25./26. August 1939 bei der Mobilmachung zum 2. Weltkrieg wieder viele Männer an die Front. In den Kriegsjahren wurden Familien aus den Städten Hamburg und Bremen nach Stuckenborstel evakuiert, hinzu kamen die Flüchtlinge mit Trecks aus Ostpreußen..

Durch Sprengung der Wiestebrücke in den letzten Kriegstagen zerbrachen viele Fenster an den Häusern und die Pfannen auf den Dächern. Die beiden gesprengten Wiestebrücken wurden im Jahre 1948 neu erbaut, vorher waren behelfsmäßige Brücken von den Engländern errichtet worden.

Am Volkstrauertag im Jahre 1957 erhielten 28 Gefallene am Ehrenmal einen eigenen Gedenkstein.

Durch die Gebietsreform mußte die Gemeinde Stuckenborstel, lt. Gesetz, nicht freiwillig ihre Selbstständigkeit aufgeben und wurde mit Evreringhausen in die Gemeinde Sottrum eingegliedert.

Die frühere Gemeinde Stuckenborstel war 2,90 Quadratkilometer groß.

Im Jahre 1823 hatte das Dorf Stuckenborstel 18 Feuerstellen.

 

Einwohnerentwicklung von Stuckenborstel

1821 105
1848 125
1871 152
1885 149
1905 160
1925 187
1933 197
1939 206
1946 350
1950 362
1956 306
1961 288
1968 349
1970 367
1974 437
1980 582
1986 620
1993 614
1994 728
1995 743
2000 909
2004 964