Bezirkszeltlager

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Eindrücke 2005
Besuchertag

Bezirkszeltlager 2005 in Wrestedt

 

Der Bericht des Jugendfeuerwehrwartes:

Vom 16.-23.07.2005 fand das Bezirkszeltlager in Wrestedt bei Uelzen statt. Zum aller ersten Mal nahmen wir an dieser Veranstaltung teil. 14 Jugendliche und 3 Betreuer machten sich auf den Weg in die Lüneburger Heide.

Zeltlager bedeutet: Wettbewerbe, Spaß, Leute kennen lernen, Freundschaften schließen, auf engsten Raum essen, unbequem schlafen, undichte Zelte, Chemietoiletten... Nicht umsonst sind Zeltlager die beliebtesten Veranstaltungen bei Jugendfeuerwehren.  

Dieses Jahr feierten wir eine Premiere: Zum ersten Mal nahmen wir an einem Bezirkszeltlager teil. Dennoch war es für uns keine ganz neue Erfahrung, da es ähnlich aufgebaut ist wie das Landeszeltlager, nur kleiner.  

Gastgeber war der Ort Wrestedt vor den Toren Uelzens, ein Dorf mit etwa 1500-2000 Einwohnern. Untergebracht war das Lager auf dem Schulhof und dem angrenzenden Sportplatz, unterteilt in 4 Dörfer: Bornbach, Eisenbach, Esterau und Stederau. Insgesamt nahmen 1400 Menschen an dem Zeltlager teil. Wir waren direkt im Ort untergebracht, das war äußerst praktisch, praktisch für den Spar-Markt, der nur zwei Minuten entfernt war. Er dürfte zumindest in dieser Woche einen Rekordumsatz verbucht haben.

Wer nicht gerade einkaufen ging, hatte die Möglichkeit, an einer der zahlreichen Veranstaltungen teilzunehmen. Angeboten wurden: Eine Ralley durch Wrestedt (von allen Teilnehmern zu Fuss und in Gruppen durchzuführen, kein Boxenstopp möglich), Volleyball, Völkerball, 12-Felder Fussball, Nacht-O-Marsch, Spiel ohne Grenzen. Wir hatten für alle Wettbewerbe gemeldet, damit keine Langeweile entsteht oder die Mädels auf dumme Gedanken kommen.  

Am Sonntag wurde allen die Möglichkeit geboten, Testspiele zu absolvieren, um sich einzuspielen und die Regeln kennen zulernen. Dies entpuppte sich später als sinnlos, da viele Regeln nach den Testspielen geändert wurden. Dies überraschte nicht übermäßig, da auch die Ausschreibung nicht eingehalten wurde. Dort hieß es: „Pro Wettbewerb werden nur 6 Spieler benötigt.“ Wir kommen später noch einmal (oder zweimal) darauf zurück.  

Der erste Wettbewerb für unser Heimatdorf, Eisenbach, war Völkerball. Ein lustiges Spiel, das entgegen der o.g. Ausschreibung mit 9 Spielern gespielt wird: 8 Spieler im Feld, 1 als Fliege außerhalb auf der gegenüberliegenden Feldseite.

Das Spielgerät ist ein Ball, der zwischen Fliege und dazugehöriger Mannschaft hin und hergeworfen wird. Fängt jemand den Ball, darf er einen gegnerischen Spieler seiner Wahl abwerfen. Ab einem gewissen Härtegrad des Wurfes in einer Höhe oberhalb des Halsbereiches kann dies zu kurzzeitiger Bewusstlosigkeit des Opfers führen. Wer nicht K.O. geht, muss das Feld dennoch verlassen und darf die Fliege unterstützen, um, das ist das Gemeine, dem Gegner in den Rücken zu fallen. Oder sich einfach nur zu rächen.  

Unsere Mannschaft entwickelte eine ausgefallene, aber wirkungsvolle Taktik: Carsten ließ sich als Erster abwerfen und machte so zweite Fliege. Zusammen mit Björn im Feld bildete sich ein Dream-Team, oder, für die Gegner, ein Alp-Dream Team. Wir gewannen die ersten drei unserer vier Gruppenspiele haushoch, ehe wir im letzten Spiel auf Völkersen trafen. Carsten tat was er konnte, man warf ich einfach nicht ab. Am Ende spielten wir Unentschieden und schieden aus. Das lag daran, das ein Gegner Völkersens nicht antrat, dieses Spiel mit 10-0 für Völkersen gewertet wurde und sie dadurch am Ende 5 Punkte mehr hatten als wir.

Eigentlich müsste man sich darüber aufregen, aber da wir die zweite Mannschaft zurückziehen mussten, konnten wir den Nachmittag des letzten sonnigen Tages dieser Woche im Freibad verbringen. Zu diesem Zeitpunkt fanden wir Wasser noch toll.

Am nächsten Tag spielten wir Volleyball. Volleyball nach Wrestedt-Regeln. Mit Schiedsrichtern mit ohne Ahnung. Mit Punktezählern, die Schiedsrichter waren, aber Punkte zählen mussten. Hier konnten wir mit zwei Mannschaften spielen, da jede Mannschaft wirklich nur 6 Spieler brauchte. Die zweite Mannschaft spielte engagiert, mühte sich redlich, verlor aber dennoch jedes Spiel, weil die anderen größer und einen Tick besser waren. Spielerisch waren wir gut, Thorben und Florian entwickelten sich zusammen mit abwechselnden Mitspielerinnen zum magischen Dreieck. Es hat leider nicht genügt.  

Nachmittags spielte dann die erste Mannschaft. Sie bekam Gott sei Dank andere Unparteiische, kämpfte aber mit anderen Widrigkeiten: Teilweise starker Gegenwind und extrem kleine Volleyballfelder.  

Schnell stellte sich unsere Mannschaft ein schlug, je nach Windverhältnissen, stärkere oder schwächere Angaben. Mehr war meist nicht nötig. Sollte der Ball wieder zurückgekommen sein, wussten Carsten, Björn, Janina und Co. spielerisch umzugehen. Teilweise wurden sie etwas hektisch, fingen sich aber immer wieder. Unsere Gruppenspiele wurden alle gewonnen und wir zogen ins Halbfinale ein. Es stellte sich heraus, dass es auch Mannschaften gab, die Volleyball spielen konnten. Leider noch besser als wir. Zum Beispiel Völkersen, unser Halbfinalgegner. Oder unser Gegner im Spiel um Platz 3, Altenwalde. Obwohl, die waren nicht besser. Die gewannen einfach nur. Der 4. Platz war dennoch ein hervorragendes Ergebnis.  

Die Nacht war kurz. Das heißt, sie war genauso lang, wie sonst auch, aber uns kam sie kurz vor. Denn wir nahmen am Nacht-O-Marsch teil. Die Strecke führte uns aus dem Ort raus. Unterwegs waren 4 Posten anzulaufen, an denen verschiedene Aufgaben zu absolvieren waren. Es musste z.B. eine Saugleitung gekuppelt werden, durch die ein Tennisball in einem Eimer gerollt werden sollte. In einer weiteren Station, musste mittels Cola-Kisten-Kette eine Strecke von 15 Metern zurückgelegt werden. Auch Wintersportfreunde kommen auf ihre Kosten, wenn sie zu dritt auf 2 Skiern laufend einen Tennisball auf einen Löffel balancierten. Zuletzt begab man sich auf die Such nach der Nadel im Heuhaufen, nur waren es hier 20 Tennisbälle und ein Wagen voll Heu.

Kaum wieder im Zelt, mussten Tobias, Thorben, Nils, Frederike, Annika und Alena wieder aufstehen: Wache. Von 7-11 am Mittwochmorgen. Abwaschanlage aufstellen, aufpassen, ob alle abwaschen (Nils hatte eine Superquote: Er erwischte 5 Nicht-Abwascher), Straßensperre sichern, Duschen und Toiletten schrubben (Thorben), Turnhallengang ausfegen. Dafür, dass wir bei der Gelegenheit auch das Wettbewerbsbüro ausfegten, wurden wir (Tobias, Frederike, Alena) lobend in der Lagerzeitung erwähnt. Vielen Dank! Jugendwarte kommen eben nur durch harte Arbeit in die Zeitung, schöne Augen reichen da nicht. Schade.  

Nun ging es zum 12-Felder Fussball. Wobei der Name täuscht: Man spielt nicht auf 12 Fussballfeldern. Es handelt sich hierbei um ein kleines  Spielfeld, unterteilt in 12 noch kleinere Felder. Angeordnet in vier 3-er Reihen, an beiden Enden jeweils ein Tor. Hier ein Hinweis an das Wettbewerbsteam (Ausschreibung): Würden hier 6 Spieler genügen, hieße es 10-Felder-Fussball! Die Regeln sind einfach: In jedem Feld steht ein Spieler, der darf das Feld nicht verlassen, der Ball darf nur von dem Spieler gespielt werden, in dessen Feld er sich befindet. Angreifer und Verteidiger stehen sich Auge in Auge gegenüber. Strikte Raumdeckung! Tippkick mit Menschen. Zunächst gab sich die erste Mannschaft die Ehre. Sie gewann die ersten drei Spiele. Im Tor stand Björn „die Katze“, im Angriff Carsten „das Tier“, wenn der schoss, konnte man den Ball nicht mehr sehen. In den Tornetzen waren danach ein paar Löcher mehr.

Zu den Zeitpunkt waren wir Gruppenführer. Als Drittes mussten wir gegen Schesterdeich II. Unser Angriff wie immer eine Bank, jeder Schuss ein Treffe. Aber die Defensive... Es gewinnt sich halt so schwer gegen Jungs, die man mag. Oder eben gar nicht. Als letztes trafen wir auf unseren Lieblingsgegner: Völkersen. Und wir erzielten unser Lieblingsresultat gegen sie: eine Niederlage. Na ja, unsere Defensive mochte eben ihre Offensive.

Nachmittags spielte die Zweite. Sie spielte wie immer: äußerst bemüht. Die Defensive: stand- und bewegte sich nicht. Die Offensive: Traf ab und zu auch das Tor. Aber die Gegner waren körperlich überlegen und die Mannschaft nahezu chancenlos. Trotzdem: So schlecht war’s nicht. Wir waren dabei und haben uns gut verkauft.

Der Donnerstag war recht ereignisarm. Es fand das Spiel ohne Grenzen statt. Lustige Spiele mit viel Wasser. Viel Wasser auch hauptsächlich von oben. Und mittlerweile fanden wir Wasser nicht mehr so toll. Also verzichteten wir auf die Teilnahme und verbrachten den Tag im Zelt. Wurde trotzdem nass, da zumindest das Jungenzelt einige undichte Stellen aufwies. Kalt wurde es nicht, da schaffte man Abhilfe. Die Mädels mit Jungs, und unsere Jungs übten sich im Gruppenkuscheln.  

Am Freitag stand für uns nichts mehr auf den Programm. Also fuhren wir in die Sole-Therme nach Soltau. Da es wie immer regnete, bevorzugten wir ein Hallenbad. Hier gab es eine Riesenrutsche, Salzwasserbecken mit bis zu 36 Grad Wassertemperatur und Schutz gegen Wind und Wetter. Auf der Rückfahrt zum Lager schauten wir uns noch den „Hundertwasser-Bahnhof“ in Uelzen an. Ein bisschen Kultur tut auch mal gut.  

Eine ziemlich aufregende Nacht war die vom Montag. In dieser Nacht tobte über Süd-Niedersachsen ein schweres Unwetter mit Gewitter, Sturm und Hagel. Dies drohte auch das Zeltlager zu erreichen. Der Kreisbrandmeister und die Kreisbereitschaft waren da, zwei Turnhallen auf die Evakuierung vorbereitet, zwei Dörfer, Esterau und Stederau, wurden evakuiert und was nicht kam, war das Hagelgewitter.  

Anekdoten am Rande: Eine Evakuierung wurde gar nicht angeordnet. Eifrige Feuerwehrleute evakuierten. Und von einem Dorfleiter in kurzen Hosen und Sandalen lässt man sich eh nichts sagen. Also verbrachten etwa 630 Jugendliche die halbe Nacht in der Sporthalle, machten sich Mut, sangen Lieder und wärmten sich.  

Wenn Jens Schlüter sagt, der Regen hört auf, hört er im selben Moment auf!

Die Lagerzeitung, ebenfalls evakuiert, merkte erst nach einer halben Stunde, dass es nicht mal mehr regnet. Und erst auf ihre Anweisung durfte die Halle wieder geräumt werden. Die offizielle Stellungnahme der Lagerleitung:

Bezirkszeltlager 16.-23.07.2005 in Wrestedt (UE)

Hinweis der Lagerleitung:

Eine Unwetterwarnung mit angekündigtem Starkregen, Hagelschauern und Gewitter waren Anlass für eine Evakuierung der Zeltplätze Montag Nacht in der Zeit von circa 23 bis 00:30 Uhr. Das Unwetter erreichte den Zeltplatz nicht, lediglich ein Ausläufer mit Gewitter und kurzem Starkregen.
Alles verlief problemlos und schadensfrei, alle Teilnehmer sind wohl auf und bester Stimmung

Und wenn 20 Mädchen aus dem Dorf Eisenbach ebenfalls evakuiert werden wollen, lassen sie sich das nicht nehmen. Wenn sie wieder in ihr Zelt sollen und nicht in die Turnhalle dürfen, haben eben alle auf einmal ihre Tage.

Abschließend kann man sagen: Es kamen alle lebend zurück, es gab keine Schwerverletzten – Es war ein gutes Zeltlager.

Tobias Harling JFW