Atemschutzgruppe

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Die Atemschutzgruppe

 

Die Freiwillige Feuerwehr Stuckenborstel unterhält eine eigene Atemschutzgruppe.

Dies stellt nicht nur ein Novum in der Samtgemeinde Sottrum dar, denn Feuerwehren in dieser Größenordnung können solche Gruppen normalerweise nicht unterhalten.

Unsere Atemschutzgruppe besteht z. Zt. aus sechs Kameraden der Stuckenborsteler Wehr sowie drei Mitgliedern der Reeßumer Wehr. Da in Reeßum keine eigene Ausbildungsmöglichkeit besteht nehmen diese Kameraden an unseren Diensten teil.

Für Einsatz und Ausbildung sind wir mit vier Atemschutzgeräten, sogenannten Pressluftatmern ausgestattet.

Wir sind übrigens die einzige Feuerwehr dieser Größenordnung in der Samtgemeinde, die über solche Geräte verfügt (übrigens noch ein Verdienst der 1974 leider aufgelösten Gemeinde Stuckenborstel).

Alle Atemschutzgeräteträger werden in regelmäßigen Abständen von einem extra ausgebildeten Arzt auf ihre gesundheitliche Eignung überprüft.

Wir müssen auch einmal im Jahr die körperliche Leistungsfähigkeit in einer speziellen Übungsanlage in Zeven nachweisen.

Unsere Hauptaufgabe ist das Retten von Personen aus verqualmten Räumen und Bereichen, in denen ein normales Atmen nicht mehr möglich ist. Wir werden immer dann eingesetzt wenn Arbeiten wie z.B. eine Brandbekämpfung innerhalb eines Gebäudes vorgenommen werden muß.

Genauso üben wir aber auch mit Chemieschutzanzügen, kurz CSA genannt.

Diese Anzüge werden immer dann benutzt, um den Feuerwehrmann zu schützen, wenn ein Einsatz mit Chemikalien ansteht und die Gefahr einer Verätzung oder Vergiftung über die Haut besteht.

 

Frage:
Teletubbies, laufende Sauna oder Schutzanzug ?

Antwort:
Alles in einem: Feuerwehrmann in einem Schutzanzug, in dem man sich fühlt wie in einer tragbaren Sauna und die aussieht wie ein Teletubbie ......

 

Das "normale" Atemschutzgerät wird hierbei unter dem CSA getragen, der uns vollkommen von der Umwelt abschirmt.

Weil diese Anzüge nicht nur luftdicht sondern auch sehr schwer sind, wird es beim Tragen recht schnell warm. Deshalb nennen wir sie auch scherzhaft "laufende Sauna".

Die Feuerwehr Sottrum hat solche Anzüge auf einem speziellen Gerätewagen für Gefahrgut-Unfälle. Wir veranstalten mehrmals im Jahr gemeinsame Übungsabende mit den Kameraden aus Sottrum, für die wir auch im Einsatzfall als Verstärkung bereitstehen.

Zur Alarmierung haben alle Stuckenborsteler Atemschutzgeräteträger einen sogenannten Funkmeldeempfänger, der auch eine Alarmierung ohne Sirene ermöglicht und übrigens auch aus eigenen Mitteln beschafft werden mußte.

Martin Skusa ist unser Atemschutzgerätewart. Er ist für den ordnungsgemäßen Zustand unserer Ausrüstung und die Ausbildung vor Ort zuständig.

Trotz unserer oft anstrengenden Arbeit haben wir aber auch jede Menge Spaß wenn wir uns mit Chemieschutzanzügen als Teletubbies verkleiden oder beim Abseilen von Gebäuden Tarzan spielen.

Unsere vielfältigen Aufgaben sind immer sehr interessant und bekommen eine immer größere Bedeutung, wenn man bedenkt, dass immer mehr Kunststoffe verarbeitet werden, die giftige Brandgase bilden und der Transport von Gefahrstoffen auf den Straße und Schiene immer mehr zunimmt.

Um hier eine Vorstellung der Gefahren zu bekommen, brauchen wir keine Beispiele wie die schweren Unglücke in Brühl, Herborn.

 

Trotz aller Ernsthaftigkeit kommt aber auch der Spaß an der Arbeit zum Glück immer wieder zum Vorschein.

 

Martin Skusa Feb. 2000